HOME | Kontakt | Gästebuch | Das Phantom | Informationen Panamericana | Informationen Weltreise | Casa de Ciclistas | Links | Impressum

2Roadrunners  
Über Uns
Unsere Räder
Ausrüstung
Panamericana Berichte
Panamericana Fotos
Weltreise Berichte
Weltreise Fotos
Videos
Begegnungen
Der Roadrunner
Spendenaktion


Leben braucht Wasser


Optiker


Victorinox


Steripen


    Login  

> 2Roadrunners > Panamericana Berichte > Argentinien I


Argentinien I

27.08.2008 - 13.09.2008 Von Salta nach San Juan

27.08.2008 - 13.09.2008 Von Salta nach San Juan oder Sauzeck Nr. 3!!!!!!!

Hab ich doch das letzte Mal vom "gelobten Land" geschrieben. Diese Aussage moechte ich hiermit ein wenig korregieren und zwar aus ein paar Gruenden. Fuer uns handelt es sich mehr um ein "Teilzeit gelobtes Land"

1. Grund (und auch der bitterste): Stiehlt uns doch so ein Sauzeck in einem Internetcafe unseren Rucksack mit der (teuren) Digitalkamera und meiner Regenjacke (die war auch teuer). Man sieht es gibt also ueberall schlechte Menschen. Nur ist es uns jetzt schon zum dritten Mal passiert. Jetzt reichts aber schoen langsam.

2. Grund: Die absolut Radfahrerunfreundlichen Oeffnungszeiten. Alle Geschaefte haben von 8 oder 1/2 9 Uhr bis 13 Uhr und dann erst wieder von 17 Uhr 30 bis 21 Uhr geoeffnet. Das ist deshalb recht lustig, weil am Vormittag sitzen wir am Radl. Wenn man dann am fruehen Nachmittag Hunger bekommt, kriegt man nix, weil ja Siesta. Am Abend dann das gleiche Spiel. Man muss wieder warten bis die bloeden Gschaefterln erst einmal aufmachen. Noch aerger ist es mit den Restaurantes, weil dort gibt es fruehestens um 20 Uhr manchmal erst um 21 Uhr was zu beissen. Jetzt kann sich wahrscheinlich jeder vorstellen wenn man 7 Stunden im Sattel sitzt und einem vor lauter Hunger der Magen schon fast in die Speichen haengt und man dann noch ein paar Stunden warten muss bis es endlich was zu futtern gibt, dass man dann ein wenig Futtergrantig werden kann.

3. Grund: Die Landschaft ist wider erwarten doch recht monoton und eintoenig und uns weht seit Salta fast staendig ein gemeiner Gegenwind ins Gesicht. Es gibt oft Abschnitte wo es fuer 100 Kilometer und mehr gar nix, aber wirklich gar nix gibt. Somit schleppen wir immer einen kleinen Wasservorrat mit uns herum.

Das soll jetzt aber nicht heissen dass uns Argentinien nicht gefaellt, dem ist naemlich nicht so. Wenn naemlich die Geschaefte offen haben bekommt man fast alles was man sich wuenscht und die Restaurantes servieren erstklassiges Essen. Das Beste aber ist, die Scheisserei is vorbei!!! Und erst der Wein. Frueher haben wir ein Flascherl Bier nach dem Radeln getrunken jetzt ist es halt ein Flascherl Wein. Dafuer schlafen wir immer wie die Babys. Ausserdem sind die Leute wirklich freundlich und hilfsbereit und wie gesagt schwarze Schafe gibt es ueberall.

Aber jetzt mal der Reihe nach. Nachdem wir in Salta ein paar erholsame Tage verbringen schwingen wir uns wieder voll motiviert aufs Rad und pedalen die naechsten Tage doch recht viele Kilometer denn die Landschaft ist nicht spektakulaer, eher monoton und langweilig. Oft sieht man zig Kilometer weit die Strasse vor sich und man scheint sich nicht vom Fleck zu bewegen. Gott sei Dank gibt es zwischen den Einsamkeitsetappen immer wieder nette kleine Stadterln wo man alles bekommt was man braucht. In der Gegend rund um Cafayate wird hervorragender Wein angebaut, den wir auch ausgiebig kosten. Wegen den verlorenen Elektrolyten waers. Danach wird es wieder langweilig und auch verdammt heiss. Unser Thermometer zeigt eines Tages 41 Grad an und ein heisser Wind namens "El Zonda" blaest uns in den Ruecken, das aendert sich aber zwei Tage spaeter ziemlich abprubt denn da kommt der Wind von Sueden und bringt kalte Luft mit sich und ploztzlich haben wir Nieselregen und nur mehr 4 Grad plus und die umliegenden Berge sind schoen angezuckert. So haben wir in 4 Tagen alle vier Jahreszeiten erlebt. Das Wetter stabilisiert sich aber dann doch sodass wir eigentlich immer mit kurzer Hose fahren koennen und das ist heisst schon was. Als wir dann in ein kleines Staedtchen namens Belen kommen spuere ich das schon mir vertraute Ruckeln an meinem Hinterrad wieder. Bei genauerer Betrachtung stelle ich einen Riss an der Felge fest, das waer dann Nummer 4. Wobei ich aber sagen muss dass diese Felge sehr gute Dienste geleistet hat und ich mit ihr ueber 14.000 Kilometer weit gekommen bin. In weiser Voraussicht haben wir ja zwei Ersatzfelgen mit und wir wurden oft deswegen belaechelt, aber wie man sieht schlaeft der Teufel nicht und auch in Argentinien gibt es nicht das Super Material. Somit sind wir froh dass wir die Dinger seit Panama mitschleppen und speichen die neue Felge voll motiviert selber ein. Wir brauchen aber dann doch noch die Hilfe des hiesigen Bicimecanicos, denn wenn er das Laufrad nicht zentriert haette, waeren wir wahrscheinlich heute noch in Belen. Dreimal fragen wir beide nochmal nach ob wir denn auch alles richtig gemacht haben und der Mecanico antwortet mit einem lauten und deutlichen:"Claaaaaaro!". Dass dann doch nicht alles so in Ordnung ist, merke ich ein paar Tage spaeter wo wir uns auf dem bisher fuer uns schoensten Abschnitt in Argentinien bewegen. Nach Chilecito geht es wieder ein wenig in die Berge und man faehrt anfaenglich in einer schoenen Canyonlandschaft mit vielen Kakteen entlang, dann endet der Asphalt und es geht auf einer gut fahrbaren Piste weiter rauf wo man dann einen herrlichen Ausblick auf die gegenueberliegenden angeschneiten Berge hat, die in der Sonne funkeln als waeren sie mit Glitter bestreut. Da macht das Radfahren wieder Spass, waere da nicht dieses komische Geraeusch meiner Speichen, das sich anhoert als wuerden diese jeden Moment abreissen. So rauschen wir in Villa Union zur einzigen Bicicleteria weit und breit, in der ein ca. 100 jaehriger Mechaniker arbeitet. "No hay un problema! Todo esta bien!" versichert dieser uns mehrmals und wir ziehen unverrichteter Dinge weiter. Trotzdem bleibt ein komisches Gefuehl und wir schauen uns die Sache noch einmal genau an und kommen spaet aber doch darauf, dass wir die Speichen statt zweimal nur einmal gekreuzt haben. Naja, es ist eben noch kein Meister vom Himmel gefallen. Aber dass die Dillo Mechaniker das Problem nicht erkannt haben, gibt mir schon zu denken. So fahre ich mit meinem falsch eingespeichten Rad und Heidi mit einem Tretlager das schon unbedingt getauscht gehoert, die knapp 320 Kilometer von Villa Union nach San Juan, einem netten, entspannten Staedtchen in 2 Tagen. Dort halten wir beim erstbesten Radgeschaeft und siehe da, der Mechaniker erkennt sofort (von ganz alleine) das Problem mit meinem Laufrad und es gibt auch einen passeneden Ersatz fuer Heidis Tretlager. Also alles gut. Wir geniessen die Radfreien Tage in San Juan und die Zeit vergeht wie im Flug. Die Baeuche schlagen wir uns beim "Tenedor Libre" (all you can eat Buffet) voll und ich glaube nachdem wir dort waren, werden sie es wieder abschaffen. Jaja, Radfahrer sind halt eben immer hungrig und koenen wirklich viel essen. Waere da nicht die Sache mit dem Saubeitl von Rucksackfladerer, wuerde die Stadt glatt eine 1 plus von uns bekommen. Wobei man aber auch sagen muss, dass  die Polizei sehr bemueht war und sogar mit Blaulicht angerueckt kam und soetwas wie eine Blitzfahndung einleitete. Net schlecht.

Aber Gott sei Dank gibt der Bankomat noch immer "Papierln" her und wir haben auch noch einen (kleinen aber feinen) finanziellen "Polster" sodass wir am naechsten Tag gleich eine neue Regenjacke und einen Rucksack kaufen. Da ist es schon gut, dass wir nicht jeden Euro zweimal umdrehen muessen, bevor wir ihn ausgeben.



Seite drucken