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Österreich

Von Ushuaia über Buenos Aires nach Österreich (aber nicht mit dem Radl)

07.12.2008 - 30.12.2008 Von Ushuaia über Buenos Aires nach Österreich (aber nicht mit dem Radl) oder Dahoam!!

E
in Rumpeln lässt uns aus unseren Tagträumen hochschrecken als die Maschine auf der Landebahn aufsetzt. Wir haben nach einer 17 stündigen Reise die 12.000 Kilometer von Buenos Aires nach Wien zurückgelegt. Mit dem Radl hätte das sicher länger gedauert, glaub ich halt. Das Herz schlägt uns bis zum Hals denn nervös sind wir doch ganz schön. Wir haben zwar versucht uns auf diesen Moment vorzubereiten, aber wenn man noch so weit von zuhause entfernt ist kann man das nicht so richtig. Jetzt sind wir aber wirklich wieder daheim. Mit dem Wissen daß die Reise nun endgültig Geschichte ist, schreiten wir durch die große Schiebetür der Ankunftshalle und werden von einem Empfangskomite begrüsst. Die gesamte Familie, all unsere Freunde und Verwandte sind da und stehen mit einem breiten Grinsen im Gesicht und empfangen uns freudig. So macht das Heimkommen Spass. Da ist auch schnell vergessen, daß keines unserer vier Gepäcksstücke gekommen ist. Sind wir ja eh schon gewöhnt. Damals in Alaska war es ja auch nix anderes. Damals. Das hört sich jetzt so an als ob es eine Ewigkeit zurückliegen würde. Tut es auch, andererseits können wir uns an die ersten Tage noch sehr gut erinnern, so wie wir eigentlich jeden Tag der Reise sehr gut rekonstruieren können.Das hat damit zu tun, daß kein Tag dem anderen glich und alles sehr intensiv war. Wie oft haben wir geflucht, gelitten, geweint (Heidi mehr als ich), aber auch gelacht, gescherzt und tiefe Befriedigung empfunden in dem was wir tun. Es war wie auf einer Hochschaubahn der Gefühle. Nicht einmal haben wir uns gefragt wieso wir uns das eigentlich antun. Ich kann euch sagen warum. Es sind einzelne Momente die man sein ganzes Leben lang nicht mehr vergessen wird. Da war z.Bsp. der Sonnenuntergang im Grand Canyon, der unvergessliche Ausblick in den peruanischen Anden, die überirdisch wirkende Salzfläche am Salar de Uyuni usw. usw.. Aber auch körperlich war es das bisher anstrengendste das wir unseren Körpern zugemutet haben. Vom bequemen Lehnsessel hören sich unsere Reiseberichte vielleicht ganz nett an, wenn man aber 24 Stunden den Naturgewalten ausgesetzt ist, kann das ganz schön anstrengend sein. Oft wurden wir auch gefragt was wir denn auf dieser Reise gelernt haben. Ich muss ganz ehrlich gestehen ich weiß es nicht. Wir sind nach 1 1/2 Jahren mit Sicherheit die Gleichen geblieben, nur mit einer anderen Sicht der Dinge. Nicht immer war alles schön und gut , so wie man das von einem "Urlaub" erwarten sollte. Wir haben viel Ungerechtigkeiten gesehen und daß stimmte uns doch ein wenig traurig. Wenn hier die Leute von einer Wirtschaftskrise sprechen und andererseits die Geschäfte stürmen können wir das nicht ganz verstehen. Für uns war es immer am schlimmsten wenn wir zusehen mussten wie jemand offensichtlich um sein Überleben kämpft und wir mit unseren Rädern daran vorbeifuhren einerseits mit dem Wissen nicht helfen zu können, andererseits irgenwie froh nicht so ein Leben fristen zu müssen. Dies sind Momente die sich tief in unserer Seele eingebrannt haben.So haben wir uns in einer gewissen Weise vielleicht doch etwas verändert. Mit Sicherheit sehen wir die Dinge hier nicht mehr ganz so ernst und können mit den "Problemen" hier ganz gut umgehen. Ausserdem sind wir froh in einem so schönen Land wie Österreich zu leben. Apropos Österreich. Jetzt sind wir schon wieder über eine Woche zu Hause und ich muss sagen der Wiedereinstieg war leichter als erwartet. Unsere Familien und Freunde haben uns ganz schön auf Trab gehalten und fad war uns noch nicht. Das einzige was uns ein wenig fehlt ist Zeit. In unserer schnelllebigen Welt ist doch alles genau geplant und teilweise auch verplant. Das war es was wir auf unserer Reise so richtig genossen haben. Zeit zu haben. Es nützt einem alles Geld der Welt nichts, wenn man keine Zeit hat. Wir haben halt weniger Geld gehabt, dafür umso mehr Zeit. Zeit füreinander, Zeit für andere und Zeit für sich selbst. Außerdem haben wir die kleinen Dinge wirklich zu schätzen gelernt. Es gibt nichts besseres wenn einem nach 5 Tagen Duschabstinenz das heisse Wasser über den Körper rinnt oder man einen Schalter umlegt und es plötzlich hell wird. Uns haben auch schon einige Leute gefragt wie es denn nun mit uns weitergeht und ob es uns überhaupt noch arbeiten freut, nach so langer Zeit. Die Antwort lautet definitiv :"JA!!!". Für uns beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt und dazu gehört nun mal auch die Arbeit, die uns ja immer Spass gemacht hat. Es nützt nichts der Vergangenheit nach zu trauern, denn wenn es was gibt, was wir gelernt haben, dann ist es in der Gegenwart zu leben und jeden (naja fast jeden) Moment zu geniessen. Das Leben ist einfach zu kurz um zuviel in die Zukunft oder in die Vergangenheit zu schweifen. Und sollte es doch mal schwierige Momente geben, haben wir tausende schöne Erinnerungen die uns sicher aufheitern werden.
Wir haben auch schon viele Fragen erhalten, was denn nun mit unserer Homepage passiert. Die bleibt definitiv bestehen. Es war sicher nicht das letzte Mal daß die 2 Roadrunners on tour waren. Wer einmal dieses grenzenlose Gefühl von Freiheit erlebt hat, möchte dies nicht mehr missen. Geplant sind in den nächsten Jahren ein paar kürzere Touren, was danach geschieht wird sich weisen.................
Wie sagen die Südamerikaner so schön:"Vamos a ver, schau ma mal!!!".

Jetzt schreibe ich die letzten Zeilen über unsere Reise auf der Panamericana und ich kann mich eigentlich nur mehr bedanken über das rege Interesse mit der unsere Tour verfolgt wurde, über die vielen Gästebucheinträge und die netten Mails die wir erhalten haben. Bedanken möchten wir uns auch bei unseren (wirklichen) Freunden und unseren Familien,die uns auch nach 1 1/2 Jahren nicht vergessen haben und uns einen wunderschönen Empfang bereitet haben. Außerdem möchten wir uns bei all den netten Menschen die wir  im Laufe unserer Reise getroffen haben bedanken, unter anderem haben sie die Reise zu dem gemacht als was sie uns in Erinnerung bleiben wird. Auch haben sich einige Freundschaften gebildet und der Kontakt ist nach wie vor aufrecht.
Danke!

Eines muß ich noch los werden. Wie man sieht ist nichts unmöglich und es ist einfach schön wenn man seine Träume leben kann.



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