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Peru II

Von Pacasmayo ueber Trujillo in die Berge nach Huaraz

05.06.2008 - 15.06.2008 Von Pacasmayo ueber Trujillo in die Berge nach Huaraz oder wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzaehlen

Wir fahren von Pacasmayo bei viel Gegenwind nach Trujillo und werden auf der Suche nach der bei allen Radlern beruehmten "Casa de Ciclista" von Lucho Ramirez D`Angelo gleich mal von einem Reporter gestellt und interviewt. Bei der Casa de Ciclista werden wir herzlich von Lucho empfangen der allen Radlern der Welt ein Dach ueber dem Kopf anbietet, und das schon seit mehr als 20 Jahren. Wir tragen uns in seinem Gaestebuch als 957te ein. Es ist sehr beeindruckend und interessant in den Gaestebuechern zu schmoekern und wir lesen Eintraege von einigen Radlern die wir kennen bzw. getroffen haben. Es koennten halt ein paar mehr Oesterreicher sein. Waren doch erst mit uns gerechnet 9 in den letzten 20 Jahren in Trujillo. Die Tage vergehen wie im Flug und wir verbringen ganz schoen viel Zeit in der Pizzeria von Dirk, einem Deutschen, der uns mit ein paar Schmankerl aus der Heimat verwoehnt. Auch spendiert er uns das eine oder andere Bier. Wegen der verlorenen Elektrolyte waers. Natuerlich schauen wir uns das Laendermatch gegen Kroatien an, und die Peruaner wundern sich warum 2 "Gringos" am Sonntagvormittag (Zeitverschiebung) wie 2 verrueckte Hendeln wild gestikulierend vor dem einzigen auffindbaren Fernseher in einem Restaurant herumfuchteln. Das ganze fuchteln hat leider nix genutzt. War aber trotzdem nett ein bisschen was von der Heimat zu sehen. Wir machen noch ein kleines Service bei unseren Raedern und faulenzen ein wenig herum. Gut ausgeruht geht es dann Richtung Berge los und wir verabschieden uns von Lucho der uns mit seinem Rad noch bis an die Stadtgrenze begleitet. Dann geht es noch gut 80 Kilometer entlang der langweiligen Panamericana. Sogar ein leichter Spruehregen begleitet uns ein Stueck, ausserdem zeigt sich die Sonne um diese Jahreszeit an der Kueste nur ganz selten. So sind wir ganz froh als wir das Asphaltband verlassen und auf eine einsame Privatstrasse abzweigen, die in die Berge fuehrt. Wir tauschen den Asphalt gegen eine gute Allwetterpiste und es geht besser voran als erwartet. Nach 20 Kilometern waermen die ersten Sonnenstrahlen unsere Haut und das Radeln macht wieder richtig Spass. Bald tauchen auch die ersten Berge auf und erfreuen das Auge mal mit einer anderen Aussicht als staendig nur Sand.Wir erreichen ein kleines Dorf und staerken uns nochmal, denn dann ist es endgueltig vorbei mit lustig. Eine ziemlich verbockte Piste fuehrt uns entlang des Rio Santa immer weiter in ein Tal wo sich mehr und mehr Berge vor uns auftun. In den verschiedensten Rottoenen leuchten diese und lassen uns mit offenen Muendern fahren. Die Piste ist zwar nicht steil, aber trotzdem unglaublich anstrengend zu radeln weil sie mehr einem Flussbett aehnelt. Da ist es nicht verwunderlich dass uns in den naechsten Tagen gerade mal 20 Autos begegnen. Aber gerade das macht es aus und wir geniessen wieder mal diese Stille die sich uns bietet. Unser Zelt bauen wir auch wieder mit Freude auf, denn man ist wirklich alleine hier. Eines Abends zelten wir neben dem Rio Santa und geniessen noch lange den Ausblick auf den funkelnden Sternenhimmel. Dann wird die Piste steiler und fuehrt uns in den Cañon del Pato (Entenschlucht, wobei ich nicht weiss warum die so heisst. Vielleicht weil nur eine einzige Ente in die Schlucht passt.). Die "Strasse" fuehrt durch ein unglaublich enges Tal und man muss 35 in den Fels gehauene Tunnel passieren. Die Schlucht ist so eng, dass die Felsen der Cordilliera Blanca und der Cordilliera Negra fast zusammenstossen. Danach oeffnet sich das Tal wieder und wir koennen  bald die ersten Schneeberge erblicken. Ist das vielleicht ein Anblick. Gott sei Dank beginnt dann bald wieder der Asphalt und die Raeder rollen fast wieder von alleine, ausserdem haben wir wieder Zeit unsere Blicke nicht nur auf die Strasse zu richten, sondern koennen die unglaublich schoene Landschaft in vollen Zuegen geniessen. Ja, so macht das Spass und wir radeln beide mit einem breiten Grinser durch die Gegend. Die Leute sind ausgesprochen freundlich und winken und gruessen, sodass uns bald die Haende weh tun vor lauter zurueckwinken. Ausserdem haben wir erfahren dass alle Auslaender "Gringos" gerufen werden. Wir bekraeftigen aber trotzdem jedesmal, das wir "Austriacos" sind. Ein bisschen Patriotismus darf doch sein. Vorbei am wunderschoenen Huarascan, dem mit 6768 Meter hoechsten Berg Perus, rollen wir in Huaraz ein. Diese Stadt ist so etwas wie das Bergsteigermekka Perus und es wimmelt in den Strassen nur so vor Agenturen die irgendwelche Treks anbieten. Das hat natuerlich den Vorteil dass es eine sehr gute Infrastruktur gibt und wir diese fuer ein paar Akklimatisationstage nutzen. Befinden wir uns doch immerhin schon auf ueber 3000 Meter. Folgen doch in den naechsten 1500 Kilometer einige mehr als 4000 Meter hohe Paesse ueber teils schlechte Pisten. Da ist es schon gut wenn man ein paar rote Blutkoerperchen mehr hat. Ausserdem koennen wir das Spiel der Spiele gegen den "Erzfeind" (liebe Deutsche verzeiht den Ausdruck) Deutschland verfolgen und werden den Oesterreichern fest die Daumen druecken.

Fast vor genau einem Jahr starteten wir unsere grosse Reise. Hatten wir doch keinerlei Erfahrung was das Reisen mit dem Rad betraf und schon gar keine Outdoorerfahrung. Irgendwie konnten wir uns gar nicht vorstellen was uns erwartet. Und ich glaube das kann man auch gar nicht. So viele Dinge gab es fuer uns zu lernen. Wir lernten nicht nur mit unserem Material umzugehen und unsere Raeder zu repariern, nein wir lernten auch viel ueber uns selbst.Wir sehen die Dinge nun viel gelassener und nehmen alles so wie es ist. In diesem Jahr war nicht immer alles super, es gab natuerlich auch Momente wo man das Radl  am liebsten in den Graben geschmissen haette, weil man einfach nicht mehr treten wollte. Doch dann gab es immer ein paar gegenseitige aufmunternde Worte und 5 Minuten spaeter konnten wir darueber schon wieder lachen. Nun nehmen wir es nicht mehr persoenlich wenn es 14 Tage deppert runterschifft. Es ist halt einfach so.Dafuer gab es dann diese speziellen Momente die einen alle Strapazen vergessen lassen und fuer die es sich lohnt diese Reise zu machen. Sei es wenn man staunend die Schoenheit unserer Erde betrachtet und alles rings um sich vergisst, oder einfach eine nette Begegnung mit einem Menschen hat. Viel haben wir auf unseren bisherigen 20.000 Kilometern gesehen. Nie haben wir es bereut unsere Zelte in Oesterreich abgebrochen zu haben um unabhaengig reisen zu koennen. Wir geniessen die Zeit in vollen Zuegen und sind schon gespannt was uns auf den letzten 10.000 Kilometern erwartet.



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