HOME | Kontakt | Gästebuch | Das Phantom | Informationen Panamericana | Informationen Weltreise | Casa de Ciclistas | Links | Impressum

2Roadrunners  
Über Uns
Unsere Räder
Ausrüstung
Panamericana Berichte
Panamericana Fotos
Weltreise Berichte
Weltreise Fotos
Videos
Begegnungen
Der Roadrunner
Spendenaktion


Leben braucht Wasser


Optiker


Victorinox


Steripen


    Login  

> 2Roadrunners > Panamericana Berichte > Ecuador / Peru


Ecuador / Peru

Von Cuenca (Ecuador)nach Pacasmayo (Peru)

24.05.08 - 05.06.08 Von Cuenca (Ecuador)nach Pacasmayo (Peru) oder Endlich is wieda floch!!!

Waehrend wahrscheinlich  ganz Oesterreich schon im Fussballfieber liegt, liege ich mit richtigem Fieber im Bett bzw. sind wir  gezwungen einen "Zwangsruhetag" einzulegen. Die Wetterkapriolen der letzten Tage machen sich halt doch bemerkbar. Aber alles der Reihe nach. Wir koennen es gar nicht glauben als wir aus dem Fenster in Cuenca schauen und es wie aus Kuebeln regnet. Das hat es die ganzen erholsamen Tage nicht gemacht. Is ja wieder mal typisch. Wie zwei Michelinmanderln auschauend, starten wir in voller Regenmontur und verlassen die schoene Stadt auf der vierspurige Autobahn. Die ist wenigstens flach. Das dauert aber nicht lange an, denn dann geht es zur Abwechslung wieder mal bergauf. Dafuer hat es aber zu regnen aufgehoert und wir schwitzen uns einen runter. So geht es dann den ganzen Tag weiter. Rauf und runter, rauf und runter. Da freuen sich die Haxerln, die uebrigens immer dicker werden. Dazu gesellt sich ab und an ein "erfrischender" Regenschauer, der die ganze Gaudi dann noch perfekt abrundet. So erreichen wir patschnass und ziemlich fertig unser erstes Etappenziel, das kleine Doerflein Oñar. Beim ersten "Hotel" das wir ansteuern, sind die Tueren mit dicken Vorhaengeschloessern versperrt, das zweite sperrt angeblich erst um 20 Uhr auf?!?. So bauen wir kurzentschlossen unser mobiles Heim  in der ueberdachten Vorhalle des hiesigen Marktgebaeudes auf. Sehr zur Verwunderung der Dorfbewohner die unseren Zeltaufbau interessiert beobachten. Wir fallen aber bald ins Traeumeland, da die Etappen in Ecuador uns so einiges abverlangen. Nur der die ganze Nacht andauernde Regen laesst uns manchmal aufwachen. Die naechsten Tage bietet sich das gleiche Bild. Viele, viele lange Anstiege, viel zu kurze Abfahrten und ab und an ein Regenschauer. Das Radlgewand ist schon lange nicht mehr trocken und es ist jeden Morgen eine Freude in die nassen Sachen zu schluepfen. Ausserdem breitet sich schoen langsam so ein modriger Geruch von unseren Schuhen ausgehend aus. Mmmmmhh. Das Beste folgt aber noch auf der Etappe nach Loja. Neben dem Regen gesellen sich einige Erdrutsche dazu, die die Strasse mit einer ca. 10 cm dicken Schlammschicht bedecken. Ein Fahren ist unter diesen Umstaenden unmoeglich und so bleibt uns nichts anders uebrig als die Fahrraeder durch die Drecksuppe zu schieben. Als wir dann endlich in Loja ankommen schauen wir aus wie zwei Dreckschweinderln. Wir sind jetzt nicht einmal mehr 180 Kilometer von der peruanischen Grenze entfernt und hoffen jeden Tag ins "gelobte" Flachland zu kommen. Doch weit gefehlt. Nach Loja muessen wir noch einmal rauf auf 2500 Meter und dann geht es in einer rauschenden Abfahrt 25 Kilometer bergab. Na endlich. Dass es aber dann wieder 30 Kilometer bergauf geht, mit dem haben wir nicht gerechnet. Zumindest scheint aber die Sonne und das Radeln macht gleich wieder mehr Spass. Ausserdem werden endlich die Schuhe trocken und wir muessen nicht staendig mit unseren "Plastiksackerln" (=Regenjacken) herumfahren. So schaffen wir es, auf der Etappe von Loja nach Catacocha auf 100 Kilometer fast 2200 Hoehenmeter zu sammeln. Wo bitte is des Flochlaund? Auch der letzte Tag in Ecuador gestaltet sich schwieriger als angenommen und es geht erst 15 Kilometer vor dem Grenzort Macara endgueltig bergab. Brauchten wir doch in den Bergen immer zwei Decken zum Schlafen, surrt jetzt die Klimaanlage in unserem Zimmer und erzeugt ein angenehmes Klima. Am naechsten Tag stehen wir voll motiviert an der Grenze zu Peru, unserem  12ten  Land der Reise. Die Grenzgebaeude stehen jeweils am Ende einer Bruecke die ueber einen Fluss gespannt ist, der die Grenze zwischen Ecuador und Peru markiert. Es ist alles muy tranquilo und wir muessen auf der ecuadorianischen Seite erst mal 10 Minuten warten bis der Beamte seinen Computer zum Laufen gebracht hat. Auf der peruanischen Seite dauert es dann mindestens 5 Minuten bis ueberhaupt jemand auftaucht um unsere Paesse zu stempeln. Suedamerikanische Gelassenheit eben. Aber wir haben ja eh Zeit. Und dann sind wir endlich im "gelobten" Land. Gleich nach der Grenze ist es flach und die Raeder rollen wie von selbst. Eine Wohltat kann ich nur sagen. Ausserdem hat uns unser "Hoehentrainingslager" gut getan und man kann die vielen roten Blutkoerperchen foermlich spueren. So rauschen wir jeden Tag mehr als 100 Kilometer in einer eher trostlosen Gegend dahin. Die Leute im Norden Perus sind dagegen aber eine wahre Freude. Es ist wieder die Freundlichkeit die die Menschen uns gegenueberbringen, die uns in Ecuador doch ein wenig gefehlt hat. Da wird gehupt, gewinkt, geschrieen, geblinkt.Wenn wir mal einen Halt machen setzen sich die Leute zu uns und es wird ein wenig geplaudert. Nach drei Tagen erreichen wir Chiclayo, die erste groessere Stadt und legen einen Ruhetag ein. Wir besuchen den Markt und schlendern durch die "Naturmedizinabteilung". Dort gibt es Standeln mit allen moeglichen Saftln und Mixturen fuer die Potenz, fuers Gehirn, fuer den Magen, eigentlich fuer alles was man sich vorstellen kann. Es gibt eigene Staende nur mit Kraeutern und Staende mit allerlei Krimskrams fuer die ansaessigen Schamanen. Dort kann man alle moeglichen toten Tiere kaufen (unter anderem auch einen Kalbsfoetus), Talismane, Vodoopuppen usw. Wir erstehen eine Mixtur in einem kleinen Flascherl das alles Boese von uns abhalten soll. Na schau ma mal. Ausserdem kaufen wir noch Cocablaetter ein, die gegen die Hoehenkrankheit helfen sollen und ausserdem als Energiespender dienen. Quasi "Natur" Doping. Ob wir die Cocablaetter ueberhaupt besitzen duerfen wissen wir nicht so genau, doch es ist wie ueberall in Suedamerika immer alles "no problema". So geniessen wir unseren Ruhetag in vollen Zuegen, bis auf unsere haeufigeren "Sitzungen". Haben wir uns doch gleich am ersten Tag in Peru eine gscheite Flitzn eingefangen.War wahrscheinlich das Fruehstueck bei dem wir versehentlich Rinderpansen oder so was aehnliches bestellt haben. Ausserdem gesellt sich bei mir noch eine Verkuehlung dazu. Wir fahren am naechsten Tag aber trotzdem weiter, endgueltig in die Kuestenwueste Perus. Is des vielleicht fad. Nichts als Sand, nur die Panamericana windet sich wie ein Wurm durch die oede Landschaft und bietet dem Auge ein wenig Abwechslung. Wenigstens brennt die Sonne nicht wie deppert runter, weil fuer diese Jahreszeit normal, eine graue Wolkendecke den Himmel bedeckt und es auch des oeftern Nebel geben kann.Dafuer blaest der bloede Wind wieder mal aus der verkehrten Richtung. Wir fahren wieder ueber 100 Kilometer und erreichen Pacasmayo und somit auch wieder den Pazifik, den wir das letzte Mal in Panama sahen. In der Nacht plagen mich dann Schweissausbrueche und Schuettelfrost und somit ist klar dass wir einen weiteren "Ruhetag" einlegen. Wir moechten aber auf alle Faelle vor dem 8.Juni in Trujillo sein, was sich ja locker ausgehen wird um das Auftaktspiel der Oesterreicher gegen Kroatien zu verfolgen. Wir werden uns mit unserem Fanderl ein schoenes Platzerl suchen, ein Bier trinken und zuschauen wie sich unserer Fussballer anstellen werden und ein wenig an die Heimat denken



Seite drucken