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Ecuador II

Von Quito nach Cuenca

15.05.2008 - 23.05.2008 Von Quito nach Cuenca oder Immer rauf und runter

Rauf und runter. So koennen wir Ecuador beschreiben. Wir wissen gar nicht ob es irgendwo ein ebenes Stueckerl gibt. Das habens wahrscheinlich nur gemacht um die Radlfahrer zu aergern. Wir verlassen nach angenehmen Tagen Quito und fahren den direkten Weg aus der Stadt. Direkter Weg heisst auch viel Verkehr. So kaempfen wir uns zwischen Autobussen, Lastwagen, Taxis, anderen Autos und Mopeds zum Stadtrand. Groesstenteils bergauf, weil eben gibts nicht. Gemeinerweise haben die meisten Autobusse und Lkw´s den Auspuff auf der rechten Seite, fast genau in Augenhoehe und blasen uns unablaessig ihre Verbrennungsrueckstaende mit schwarzen Russwolken ins Gesicht. Am Abend schauen wir dann immer aus wie zwei vierjaehrige die den ganzen Tag im Dreck gespielt haben. Abgeraumelt eben.So  erreichen wir nach anstrengenden 20 Kilometern endlich wieder die offizielle Panamericana und der Verkehr laesst spuerbar nach. Wir fahren wieder mal, eh schon wissen, bergauf um dann in rauschender Abfahrt Richtung Lacatunga zu duesen. Vorbei geht es am Cotopaxi Nationalpark. Wir sehen leider nur die schneebedeckten Flanken des Vulkans, der Gipfel ist in dicke Wolken gehuellt. Aber besser als gar nix. Von Lacatunga starten wir am naechsten Tag Richtung Banos, wo es heisse Quellen gibt. Es hat die ganze Nacht wie deppert geschifft und der Himmel ist wolkenverhangen. Im Laufe des Tages faengt es dann immer wieder zu regenen an und die Temperaturen sind auch nicht gerade berauschend. An der Abzweigung nach Banos beschliessen wir dann spontan geradeaus weiterzufahren, denn der Regen wird immer staerker und die Strasse nach der Ortschaft Banos ist fuer den oeffentlichen Verkehr gesperrt, weil der hiesige Vulkan dort ein bisserl die Strasse verschuettet hat. Mit dem Radl waere es an und fuer sich kein Problem, aber bei Regen ist das sicherlich kein Spasserl und wir haben absolut keine Lust auf "Fun im Schlamm". So geht es von Ambato auf der Panamericana, eh schon wissen, wieder mal bergauf und zwar genaugenommen auf 3600 Meter. Unser bisher hoechster Pass.Beim Rauffahren regnet es immer wieder und die Naesse kriecht uns bis in die Knochen. Bloederweise ist das nicht so einfach, denn einerseits ist es saukalt, andererseits schwitzt man wie ein kleines Schweinderl, weil man ja das Plastiksackerl (= Regenjacke) anhat. Oben angekommen fuehrt eine Abzweigung Richtung Chimborazo, der sicherlich einen atemberaubenden Anblick bietet, wenn man etwas sehen wuerde. Wir koennen ihn nur erahnen und machen uns dann auf zur 20 Kilometer langen Abfahrt nach Riobamba. Hat ja doch was Gutes das Bergauffahren. In Riobamba muessen wir dann zaehe Verhandlungen mit der Hotelbesitzerin fuehren, weil sie uns anfaenglich unsere Raeder nicht auf das Zimmer nehmen laesst. Irgendwie verstaendlich, weil wir haben doch ein bisserl ausgeschaut. Aber einer unserer Grundsaetze lautet: "Raeder aufs Zimmer, oder anderes Hotel!". Als wir ihr dann hundertmal versprechen aufzupassen, duerfen wir dann doch mit den Radln ins Zimmer. Das ist uns uebrigens zum ersten Mal in Ecuador passiert und nicht nur einmal. Am naechsten Tag starten wir dann doch schon etwas muede (jaja die vielen Hoehenmeter) nach Alausi. Wieder, eh schon wissen.........bergauf. Dichter Nebel umhuellt uns und es regnet. Dabei dachten wir die Regenzeit sei schon im Ausklingen. Moechte gar nicht wissen wie es hier im April zugeht. Voellig fertig und waschelnass kommen wir nach 6 Stunden in Alausi an. Wir wollen Morgen die beruehmte Bahnfahrt zur "Nariz del Diablo" (=Teufelsnase) machen. Soll eine der spektakulaersten Fahrten mit der Eisenbahn sein. Doch es kommt ja wieder einmal alles anders. Als wir am Morgen aus den Fenstern schauen, schifft es noch immer und wir haben keine Lust mit anderen Touris auf einem Zugdach sitzend, abgewaschelt zu werden. So ziehen wir die Abwaschelvariante auf dem Fahrrad vor. Von Alausi geht es wieder mal, eh schon wissen...... bergauf. Gott sei Dank laesst der Regen nach und es zeigt sich sogar die Sonne und wir haben einen wunderschoenen Ausblick in ein tiefes Tal. Wenn wir da schon gewusst haetten, dass wir da runter muessen, haetten wir die Aussicht wahrscheinlich nicht so genossen. Die Abfahrt ist ganz lustig, bis wir in ein kleines Doerflein kommen und ploetzlich hoert der Asphalt auf. Der Asphalt hoert auf???? Auf der Panamericana??? Verdutzt blicken wir uns an und schauen nochmal zurueck ob wir nicht irgendwo eine Abzweigung verpasst haben. Nein, wir sind noch immer auf der Panamericana, halt ohne Asphalt. Das ist ungefaehr so als ob auf der Westautobahn nach Linz ploetzlich eine Schotterpiste weitergeht. Die naechsten 20 Kilometer geht es auf einer Rumpelpiste immer rauf und runter und wir spueren doch die Anstrengungen der letzten Tage. Ich frage einen Bauarbeiter wann den dieses Stueck asphaltiert werden soll. Er antwortert mir: " Im Sommer". Die Frage ist nur in welchem? Vielleicht 2014. So beschliessen wir in Chunchi nach nur 37 Kilometern einen "Halbruhetag" einzulegen. Der tut uns ganz gut, ausserdem regnet es am Nachmittag sowieso wieder wie aus Schaffeln. Unsere neue Herausforderung besteht jetzt darin dass unsere Socken wieder trocken werden. Wobei es ja unnoetig ist, weil wenn sie nach 2 Tagen endlich wieder trocken sind, werden sie beim naechsten Regenschauer sowieso wieder waschelnass. Von Chunchi......eh schon wissen. Ich sags ja, in Ecuador gehts entweder bergauf oder bergab. Dichter Nebel verhindert jegliche Aussicht und wir haben wieder einen "kanadischen Sprueher" (der wird uns doch nicht wieder gefunden haben?). Zusaetzlich zum Scheisswetter unserer miesen Stimmung und unseren wehen Haxen kommen dann noch diese verdammten Hundsviecher. So was agressives hab ich ueberhaupt noch nie gesehen. Wahrscheinlich macht sie die duenne Luft ein wenig wucki. Wie der Hoellenhund Zerberus hoechstpersoenlich springt ein so ein deppertes Viech auf mich zu und beisst wie wild in meine hintere Radtasche. Heidi ist es vor Quito auch schon so ergangen. Da hilft kein schreien, gar nix. Ausser...... der Pfefferspray oder noch besser der Baerenspray. Schleppe ich den doch schon seit Kanada mit mir herum. Schaut aus wie ein kleiner Handfeuerloescher und sprueht auch so. Also verpasse ich dem Hundsi ein Sprueherl und er zieht naseruempfend ab, bloederweise weht ein kleiner Lufthauch ein paar Partikelchen auch in unsere zarten Nasen und so fahren wir mit traenenden Augen und einem beissenden Geschmack im Mund eh schon wissen....weiter bergauf, dafuer " Hundefrei". Es folgen noch weitere Attacken, die wir alle mit unserem Pfefferspray erfolgreich abwehren. Teilweise stehen die Besitzer nebenbei und schauen dem ganzen Treiben belustigt zu. Als ob das lustig ist wenn man von einer Horde Hunde halb zerfleischt wird. Wenn wir dann unsere "Waffe" auspacken und die Scheissviecher niederspruehen, sind die Leute dann immer ganz boese wie man das ihren lieben Viecherln nur antun kann. Wir erreichen ziemlich fertig das kleine Staedtchen Canar und sind klitschnass, da ein kleines Andenunwetter uns quasi als Begruessung empfaengt. Irgendwie geht uns dieser Scheissregen schon auf die Nerven und eine gewisse Gereiztheit macht sich bei uns beiden bemerkbar. So schreie ich eine ganze Familie wie besessen an als wieder so ein bloedes Hundsviech zaehnefletschend auf mich zurennt. Die schauen nur bloed und denken sich wahrscheinlich: "Komisch diese Gringos!". Am naechsten Tag erreichen wir dann wieder mal bei stroemenden Regen die nette Stadt Cuenca und mieten uns gleich mal 5 Tage in einem netten Hostal ein. Wir erkunden die unter dem Weltkulturerbe stehende Altstadt, faulenzen rum, lesen, schlagen uns die Baeuche voll und lassen unsere mueden Knochen in den nahen heissen Quellen einweichen. Schaffen wir es doch fast bewegungslos 2 Stunden im warmen Wasser zu liegen. Ich kann nur sagen einen Wohltat.

Jetzt sind wir doch schon wieder 3 Wochen in Ecuador und ich muss sagen es gibt doch Unterschiede zu Kolumbien. Hatten die Leute in Kolumbien doch alle so eine Lebensfreude in ihrem gesamten Tun, kommt es uns in Ecuador so vor dass die Leute irgendwie resignierend wirken. Ecuador ist nach Bolivien das zweitaermste Land Suedamerikas, was man auf den ersten Blick gar nicht so mitbekommt. Wenn man dann aber durch Doerfer faehrt wo die Leute in einfachsten Lehmhuetten wohnen und unter widrigsten Bedingungen hausen, kann man die Resignation verstehen. Ausserdem sieht man in den Staedten viele Kinder die sich als Schuhputzer, Kaugummiverkaeufer oder aehnlichem ihren "Unterhalt" verdienen. Es gibt dann doch zu denken wenn einem  zwei weit aufgerissenen Kinderaugen anstarren und um ein paar Centavitos bitten. Andererseits sieht man dann wieder viele Leute mit  Designeranzuegen  und grossen Autos. Wo bleibt da die Gerechtigkeit?

Landschaftlich hat Ecuador einiges zu bieten, wenn man mal was sieht. Uns gefaellt es sehr gut weil  die Landschaft so etwas Weites hat und man (wenn man was sieht) auch Ausblick auf die schneebedeckten Berge hat. Die Steigungen sind zwar ein Wahnsinn, aber in Peru soll es ja noch schlimmer werden. Vamos a ver.



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