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Ecuador

Von Ipiales (Kol) nach Quito (Ecu)

03.05.2008 - 14.05.2008  Von Ipiales (Kol) nach Quito (Ecu) oder Joeh schau so a Sau!


"Verdammt!!  Wo is mei Fotoapparat?" Heidi blickt verdutzt in ihr halb offenes Bauchtascherl, das sie immer um ihre Schultern gehaengt, traegt. Der Fotoapparat ist weg  und wir wissen sogar wer es war. Ein kleiner abgezwickter Kolumbianer der uns keine 30 Sekunden zuvor in einem belebten Markt ziemlich den Weg abgeschnitten hat und sich zwischen Heidi und mich gedraengt hat. Wir haben noch unsere Witze gerissen warum es der kleine Scheisser so eilig hat. Jetzt wissen wir es. Komischerweise hatte er an unserem Woerterbuch kein Interesse. Der Schaden haelt sich trotzdem in Grenzen, da wir gluecklicherweise alle Fotos am Vortag abgespeichert hatten. Und das muss uns an unserem letzten Tag in Kolumbien passieren. Kann man halt nix machen. Am naechsten Tag verlassen wir nach knapp 7 Wochen Kolumbien und stehen an der Grenze zu Ecuador. Das 11te Land unserer Reise. Die Grenzanlagen sind wieder mal mit denen aus Europa vergleichbar, doch man koennte nach wie vor einfach durchfahren ohne dass es irgendjemanden auffallen wuerde. Wir holen uns aber brav unsere Stempel ab und werden von den Beamten nur mit einem Kopfschuetteln  bedacht als wir unser Vorhaben vortragen. Das ganze Prozedere dauert keine 20 Minuten und schon befinden wir uns auf ecuadoriansichen Boden...... und es geht gleich mal bergauf. Na supa.  Vor uns ziehen dunkle Wolken auf und es geht nach der Grenzstadt  Tulcan gleich weiter mit lustig. Wir radeln gemaechlich aber doch stetig nach oben bis wir auf ueber 3000 Meter noch einmal den letzten Blick auf Kolumbien werfen. Oder zumindest  vermuten wir dort  wo wir hinschauen Kolumbien, denn sehen kann man nicht mehr all zu viel. Ich sag nur kleines Andenunwetter.  Von einer Sekunde auf die andere faengt es ploetzlich an zu regnen und die Temperaturen sinken auf angenehme 8 Grad. Da macht das Radeln so richtig Spass. Voellig durchnaesst und durchgefroren erreichen wir San Gabriel wo wir uns in einem netten Hostal mit warmen Wasser (nicht die Selbstmord Elektroduschen) einmieten. Ich muss sagen wenn der Standard was Hotelzimmer angeht so bleibt, dann sind wir ueberaus zufrieden. Fuer uns ist es naemlich ziemlich wichtig, dass man nach einem anstrengenden Radtag ein halbwegs annehmbares Zimmer findet, wo man sich auch wohlfuehlen kann. Und das Zimmer war einwandfrei zum Wohlfuehlen. Am naechsten Tag machen wir einen skeptischen Blick aus dem Fenster, doch siehe da, die Wolken haben sich verzogen und wir haben einen herrlichen Ausblick Richtung Sueden. So setzen wir uns voll motiviert auf unsere Raeder, denn bei strahlendem Sonnenschein macht das Radeln gleich viel mehr Spass. Und noch mehr wenn man sich in so einer herrlichen Landschaft bewegt wie wir es gerade tun. Wir koennen in ein unendlich scheinendes Tal blicken das links und rechts von eindrucksvollen Bergen eingerahmt wird. Die Sonne scheint und wir koennen in kurzer Hose und Leiberl  fahren und noch dazu geht es bergab. Natuerlich muessen wir nach einer rauschenden Abfahrt auch wieder rauf, aber bei dieser Umgebung macht es sogar Spass. In Ibarra angekommen gefaellt es uns so gut, dass wir gleich einen Ruhetag einplanen. So geht es dann gut ausgeruht die letzten 130 Kilometer nach Qutio, der Hauptstad Ecuadors.  In  Cayambe unserem letzten Stopp vor der Hauptstadt  koennen wir  ein paar Blicke auf den Vulkan Cayambe erhaschen. Immerhin mit 5796 Metern der dritthoechste Berg Ecuadors. Ich muss sagen es ist schon beeindruckend wenn man vor so einem "Ungetuem" steht. Am naechsten Tag dann das naechste Highlight. Wir ueberqueren den Aequator und fahren nunmehr auf der suedlichen Halbkugel unserem Ziel entgegen. Da es in der Naehe von Quito ein anderes Aequatormonument gibt, wo es die ganzen Touris hinzieht sind wir bei dieser eher unscheinbaren Stelle, die man auch leicht uebersehen kann, ganz alleine. Nordhalbkugel, Suedhalbkuegel, Nordhalbkugel, Suedhalbkugel. Wie zwei kleine Kinder springen wir zwischen den beiden Erdhaelften hin und her und haben unseren Spass dabei. Nach einer ausgiebigen Fotosession geht es  weiter Richtung Quito.Wir fahren noch mal runter auf  knappe 2000 Meter um  uns dann wieder bis auf 2900 Meter raufzuarbeiten um das Plateu zu erreichen auf dem Quito liegt. Nach 13 Kilometern bergauf  erreichen wir dann endlich den hoechsten Punkt und koennen erstmals auf die Millionenstadt blicken. Noch weitere 20 Kilometer sind es bis ins Zentrum wo wir eine sehr nette Unterkunft finden.Wir bleiben gleich eine ganze Woche in Quito, da wir doch einiges zu erledigen haben. An erster Stelle steht einmal neue Schuhe fuer mich zu finden, da meine alten doch schoen langsam eine Bedrohung darstellen. Ich sag nur Misthaufen ist ein Kinderfasching dagegen. Nach einiger Herumsucherei werden wir dann fuendig. Da die Ecuadorianer alle so kleine Maxerln sind, ist es gar nicht so leicht 43iger zu finden. Auch eine neue Digitalkamera huepft in unser Einkaufstascherl und auch ein paar andere Sachen die schon lange auf unserer "To do" Liste standen. Dafuer sind wir jetzt Experten was Shoppingmalls in Quito betrifft, da wir glaub ich in fast jeder waren. Auch haben wir deutsche Buecher gefunden und diese fast verschlungen. Es sind halt die kleinen Dinge die einen gluecklich machen. Auch das Essen verlockt uns wieder kulinarische Jubelrufe. Es gibt mal wieder was anderes als "Carne asado" (= ein Stueck Rindfleisch mit der Zaehigkeit einer Schuhsohle)oder "Pollo frito"(= ein wahrscheinlich den Hungertod gestorbenes Henderl).Die restlichen Tage verbringen wir mit Sightseeing. Wir erkundigen ausgiebig die unter dem UNESCO Weltkulturerbe stehende Altstadt, fahren zu dem  fuer uns eher enttaeuschenden Aequatormonument (da kann man nicht so lustig hin und her huepfen) und nehmen die Seilbahn auf den Vulkan Pichincha die  auf 4050 Meter faehrt. Von dort oben hat man einen eindrucksvollen Blick auf Quito, die  als zweithoechste Stadt Suedamerikas gilt. Wie Spielzeug schauen die Flieger aus, die Kurs auf den mitten in der Stadt liegenden Flughafen nehmen. An klaren Tagen kann man auch den Cotopaxi und den Chimborazo sehen. So vergehen die Tage wie im Flug und ich muss sagen Qutio hat schon seinen Reiz, aber wo Licht da auch Schatten.Die Stadt gilt als eine der unsichersten ganz Suedamerikas was Ueberfaelle und Taschendiebstahl betrifft. Wir haben aber keine schlechten Erfahrungen gemacht, ausserdem passen wir jetzt dopplet auf. Einmal genuegt.
Eine Sache gibt es noch die ich los werden muss. Die Ecuadorianer besitzen ein ausgesprochenes Talent einem auf dem Gehsteig den Weg zu versperren.Setzt man zum Ueberholen auf der linken Seite an, geht wie von Geisterhand der vor einem Gehende nach links. Will man dann einen Haken schlagen und rechts ueberholen das gleiche Spiel. Schoen langsam treibt uns das ein wenig auf die Palme. Ausserdem gehen sie so langsam (noch langsamer als die Schweizer) dass sie fast dabei einschlafen. Ob das wohl die bekannte suedamerikanische Gelassenheit ist?






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