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Zentralamerika II

Von San Jose nach Panama City und dann mit dem Segelschiff nach Cartagena in Kolumbien

20.03.2008 Von San Jose nach Panama City und weiter mit dem Segelschiff nach Cartagena in Kolumbien oder Eine Seefahrt die ist lustig eine Seefahrt die ist schoen

Nach unseren Ruhetagen in Heredia ging es dann hinein ins Stadtgewusel von San Jose. Mit dem Auto hier herum zu fahren stell ich mir nicht all zu lustig vor, mit dem Radl aber umso mehr. Man kann sich einfach durch die Autokolonnen durchschlaengeln und ist somit um ein vielfaches schneller als mit dem Auto. Ein Hoch dem Fahrrad. An und fuer sich wollten wir uns ja ordentliche Felgen besorgen aber nicht einmal der Generalimporteur von Mavic hatte ordentliches Material und so orderten wir welche aus den USA und liessen sie nach Panama City schicken. Hoffentlich kommen sich auch dort an. Fuer uns hiess das dass wir uns recht bald wieder von der fuer uns nicht sonderlich schoenen Stadt San Jose verabschiedeten und Kurs Richtung Cerro de la muerte (Todespass) nahmen.Wahrscheinlich heisst der so weil er schon ein paar Radler auf dem Gewissen hat.  Dieser Pass ist mit 3335 Metern die hoechste Erhebung der gesamten Panamericana und damit war fuer uns klar dass wir diesen in Angriff nehmen muessen. Gleich nach San Jose fing die Strasse an zu steigen und wir mussten uns die Fahrbahn mit unzaehligen Autos und Lastwagen teilen. War nicht gerade idyllisch. Aber nach der Stadt Cartago liess der Verkehr merklich ab und wir konnten wieder mal die Stille die rund um uns herrschte geniessen. Da es fast nicht moeglich ist den Cerro an einem Tag zu fahren entschieden wir uns fuer zwei "gemuetliche" Etappen. Wir erreichten relativ frueh unser erstes Etappenziel und konnten uns in einer sehr geraeumigen Cabana einmieten die sogar eine Kochgelegenheit bot. Mit herrlichem Ausblick auf das unter uns liegende Tal genossen wir die Spaghetti ala Heidi und Max.Des naechtens war uns sogar so kalt, dass wir uns mit den 3 vorhandenen Wolldecken dick einmummelten. Der naechste Tag war genauso anstrengend wie der erste, aber alles quaelen hat mal ein Ende und so feierten wir jubelnd den Gipfelsieg. Hatten wir doch auf 95 Kilometern ueber 2700 Hoehenmeter zu bewaeltigen. Die 40 Kilometer lange Abfahrt belohnte uns dann noch obendrein. Auch hatten wir Glueck mit dem Wetter, denn wir hatten schon von Dauerregen und andauerndem Nebel gehoert. Naja wenn Engerln reisen. Ein Ruhetag am Meer stand dann auch noch auf dem Programm da wir uns fuer den Weg direkt an der Kueste entschieden. Nach knapp 3 Wochen standen wir dann an der Grenze zu Panama und es war ueberhaupt kein Problem diese zu passieren. Gleich nach dem Grenzbaum fuehrte eine vierspurige autobahnaehnliche Strasse mit radlerfreundlichem breitem Seitenstreifen Richtung Panama City. Eigentlich wussten wir nichts von Panama und die Annahme dass es eigentlich flach dahingehen sollte erwies sich blad als Irrtum. Die Transamericana wie die Panamericana in Panama genannt wird ist ein staendiges Auf und Ab und die Hitze tut das ihrige dazu. Ausserdem gibt es fast jeden Tag ein kleines Gewitter mit dem dazugehoerigen Schuetter, aber welch Wunder, wir schafften es nie nass zu werden. Ich glaube die gemeine Regenwolke die uns seit Kanada folgte haben wir nun endgueltig abgehaengt. So waren die Etappen bis Panama City eher ereignislos. Aber wir hatten auch ein paar sehr nette Begegnungen. Bei der Suche nach einer Bleibe fragte ich einmal bei einer Feuerwache nach ob irgendwer von den Bomberos (so heissen die Feuerwehrleute) ein Hotel in der Naehe kenne. Wir wurden vom Fleck weg eingeladen und durften unser Zelt im Garten hinter der Feuerwache aufstellen. Wir wurden herumgefuehrt und erfuhren einiges ueber das Rettungswesen in Panama. Am Abend kam der Jefe hoechstpersoenlich vorbei um uns zu begruessen. Wir muessen sagen die Panamanesen sind ueberhaupt ausgesprochen freundliche Leute und sehr hilfsbereit. Am naechsten Tag trafen wir dann ein Paerchen das ebenfalls mit dem Rad die Panamericana beradelt. Die beiden sind so um die 50ig und haben ihr Haus und sonstiges verkauft um sich die Reise zu finanzieren. Wir quatschten lange und tauschten Inforamtionen aus denn die von anderen Radlern sind die besten. Auch fuhren wir ein Stueckchen gemeinsam und es war wieder mal lustig mit wem anderen zu radeln. Wir vereinbarten ein Wiedersehen in Panama City um uns dann wieder auf den Weg zu machen. Natuerlich muss man sich als Radler nach den Gegenbenheiten richten und auch manchmal auf "Hotels" zurueckgreifen die normal nur stundenweise vermietet werden. So quartierten wir uns eines Tages im "Brisas del amor" ein und ich handelte einen guten Preis fuer einen ganzen Tag aus. Glaubte ich zumindest. Die Zimmer in solchen Etablisements sind immer sehr sauber und haben eine Menge Spiegeln an den Waenden. Ausserdem gibt es ausser Pornokanaelen nicht viel anderes im Fernsehen. Aber was soll man machen wenn es in den naechsten 50 Kilometern nichts mehr gibt. Im guten Glauben bis zum naechsten Tag bleiben zu koennen schliefen wir den Schlaf der Gerechten, bis ploetzlich um Mitternacht!!!! das Telefon klingelte und wir gefragt wurden ob wir denn jetzt noch bleiben wollen oder ob wir fahren. Wenn wir bleiben wollten muessten wir nochmals 10$ bezahlen, denn die Zeit sei abgelaufen. Fuchsteufelswild veranstaltete ich einen Riesenzirkus und nach einem Telefonat mit dem "Management" wie mir mitgeteilt wurde, durften wir dann doch bleiben. Scheiss Stundenhotels. Am naechsten Tag war der Aerger aber schnell vergessen, denn es stand das naechste Highlight auf dem Programm. Naemlich die Ueberquerung der Puente de las Americas. Ueberspannt diese doch den Panamakanal und war lange die einzige Verbindung zwischen "Nord- und Suedamerika". Fuer uns war sie ein lange ersehntes Etappenziel, da sie ja wieder einen Abschnitt unserer langen Reise markiert und quasi unsere Zentralamerikaberadelung abschliesst. Ziemlich nervoes radelten wir also Richtung Bruecke und ploetzlich tauchte sie nach einer Linkskurve unvermittelt auf. Tausend Gedanken und Bilder der letzten 16.000 Kilometer schossen durch unsere Koepfe und ich muss sagen es war ein erhebender Moment fuer uns. Sind wir Feuerland doch schon ein betraechtliches Stueckchen naeher gerueckt. Ueber die Bruecke hatten wir dann sogar Geleitschutz durch ein Polizeiauto mit Blaulicht da es der Verkehr sonst nicht zulassen wuerde entspannt ueber die Bruecke zu radeln. Panama City hat uns eigentlich ganz gut gefallen, nur hatten wir einfach zu wenig Zeit alles genau zu erkunden. Der Stress fing eigentlich damit an dass wir viel zu schnell ein Boot fanden, dass uns nach Cartagena schippern sollte. Somit  hatten wir in 2 Tagen einiges zu erledigen und wenig Zeit fuer Sightseeing. Dafuer haben wir jetzt neue eingespeichte Felgen, denn Oh Wunder, wir haben sie tatsaechlich bekommen, obwohl sie falsch adressiert waren. Grosses Lob an die panamanesische Post. Ausserdem kauften wir noch ein paar Kleidungsstuecke in einer der riesigen Einkaufsmalls ein die es in Panama zuhauf gibt. Nach 2 Tagen hiess es schon wieder Abschied nehmen und wir fuhren ins 100 Kilometer entfernete Portobelo von wo unser Schiff ablegen sollte. Vorher gab es noch eine Besichtigung der Miraflores Schleusen wo die riesigen Schiffe auf ihrem Weg durch den Panamakanal durchkommen. Leider hatten wir zu wenig Zeit um uns dem Schauspiel laenger zu widmen, denn es ist schon sehr beeindruckend wenn so ein riesiges Ungetuem von Schiff in den Schleusen steht und in 2 Etappen 16 Meter emporgehoben wird. An und fuer sich ist der gesamte Panamakanal ein Wunderwerk und wird auch als achtes Weltwunder gesehen. Sparen sich doch die Schiffe einen immensen Weg weil sie nicht um ganz Suedamerika schippern muessen. Ausserdem liegt der Kanal in einer sehr idyllischen Landschaft und das rundet das Gesamtbild perfekt ab. Nichts desto trotz mussten wir weiter da unser Boot am naechsten Tag ablegen sollte. Ziemlich abgekaempft erreichten wir Portobelo und gingen an  Bord der AWAB (All women are beautiful). Unser Trip sollte so an die 5 Tage dauern und ueber die San Blas Islands und dann uebers offene Meer nach Cartagena in Kolumbien gehen. Mit uns waren noch 6 andere Reisende an Bord und wir machten es uns auf dem 55 Fuss langen Booterl gemuetlich. Aufgrund einer schlechten Wetterprognose starteten wir noch am Abend und innerhalb einer Stunde wurden Heidi und ich derartig seekrank, dass ich der erste war der speiben musste. Danach folgte Heidi mit Platz Zwei in der Speibereirangliste und auch andere reihten sich ein. Die Schaukelei war einfach so ungwohnt fuer uns dass fast allen schlecht wurde. Hat sicher lustig ausgeschaut wenn ein paar Maxerln ueber der Reeling haengen und speiben wie die Reiher. Das Lustige war, dass wir noch nicht mal auf offener See waren und diese Wellen vom Kapitaen eher als harmlos eingestuft wurden. Aber auch diese Nacht hatte mal ein Ende und wir erreichten im Morgengrauen die San Blas Islands. Das sind ueber 300 kleine Inselchen die weit verstreut vor dem panamanesischen Festland liegen. Wir plantschten ausgiebig und genossen die Sonne um dann am naechsten Tag eine 36 stuendige Ueberfahrt auf offener See Richtung Kolumbien in Angriff zu nehmen. Gut geruestet mit einer Tablette gegen die Reisekrankheit ging es dann los. Am Anfang war es noch lustig denn Delphine schwammen neben unserem Boot und wir durften auch ein wenig steuern und rumspielen. Doch je weiter wir rausfuhren desto staerker wurden auch die Wellen und die Schaukelei ging mir bald ziemlich auf den Wecker. Speiben musste zwar keiner mehr von uns aber Heidi und ich hatten doch immer ein flaues Gefuehl im Magen. Beeindruckend fuer mich war auch, als wir auf offener See im 3000 Meter tiefen Wasser badeten. War irgendwie ein komisches Gefuehl. Aber alles hat einmal ein Ende und wir erreichten ziemlich gluecklich nach 4 Tagen den Hafen von Cartagena in Kolumbien und waren somit in Suedamerika. Im Nachhinein betrachtet war die Bootsfahrt ja ganz lustig aber man muss sich vorstellen man hat halt nicht wirklich viel Platz und ist mit 9 Personen unterschiedlichster Charaktere auf dem Booterl. Wir sind uns teilweise vorgekommen wie bei Big Brother oder in einem schlechten Film. Aber wir wuerden uns wahrscheinlich wieder fuer die Bootsvariante entscheiden weil es unserer Meinung nach einfach besser zu  unserer Reise passt, als mit dem Flugzeug in einer Stunde nach Cartagena zu fliegen. Und dann betraten wir erstmals  kolumbianischen Boden, aber das ist wieder eine andere Geschichte.



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