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Zentralamerika

Von Antigua ueber El Salvador,Honduras, Nicaragua nach San Jose in Costa Rica

24.02.2008 Von Antigua nach San Jose oder Jetzt gehts oba dahi!!!

Am Schluss gab es dann doch noch eine Versoehnung mit den guatemaltekischen Strassen, denn von Antigua ging es bis zur Grenze nach El Salvador stetig bergab und wir verliessen die kuehlen Berge um ins Flachland nahe der Kueste zu gelangen. Dort hatte uns die Hitze wieder. Welch Freude! Aber da wir ja einen Abhaertungskurs an der mexikanischen Pazifikkueste hinter uns hatten war es diesesmal nicht ganz so schlimm fuer uns. An der Grenze zu El Salvador gab es keinen von uns erwarteten Papierkrieg mit den Grenzbeamten sondern wir wurden nach einer kurzen Inspektion des Passes einfach durchgewunken. Nicht mal einen Stempel gab es. Es gibt naemlich seit einiger Zeit ein Abkommen zwischen Guatemala, El Salvador, Honduras und Nicaragua das den Grenzverkehr vereinfachen soll. Und so ist es auch. So schnell konnten wir gar nicht schauen waren wir auch schon in El Salvador dem kleinsten Mittelamerikanischen Land. Nur knappe 300 Kilometer lang und gute 150 Kilometer breit leben dort die meisten Menschen bezogen auf die Flaeche. Wir radelten entlang der Kueste und hatte einige schoene Ausblicke auf den Pazifik ansonsten gab es nicht all zu viel zu sehen. Der Tourismus steckt noch in den Kinderschuhen und die Hotels sind fuer das was sie bieten relativ teuer.Wuetete doch bis in die fruehen 90iger Jahre ein Buergerkrieg von dem sich das Land nur schwer erholte. Nun merkt man doch eine gewisse Beziehung zu den USA, schon daran dass der US Dollar als offizielle Waehrung gebraucht wird. Die Schere zwischen Arm und Reich ist relativ gross, so faehrt man z.Bsp. bei Luxushaeusern vorbei die von schwerbewaffneten Maennern bewacht werden um im naechsten Moment vor Wellblechhuetten zu stehen wo die Menschen ums taegliche Ueberleben kaempfen muessen. Dieses Bild bot sich uns bis zur Grenze nach Costa Rica. Ausserdem gilt El Salvador nicht gerade als sicheres Reiseland und es gab auch schon bewaffnete Ueberfaelle auf Radreisende. Wir fuehlten uns jedoch nie wirklich unsicher und hatten auch keinerlei bedrohliche Situationen. Wenn mich nicht ein gemeiner Durchfall einen Tag ans Bett gefesselt haette waeren wir nach nur  4 Tagen schon in Honduras gewesen. Natuerlich wurden wir auch von den Menschen gefragt woher wir kommen, wohin wir fahren und warum wir das eigentlich machen. Nachdem ich ca. 10 Kindern  erklaerte dass wir Oesterreicher sind und mich 20 fragende Augen anblickten versuchte ich es mal mit Europa. Die Blicke wurden noch fragender und sie erklaerten mir dass sie nur die USA und El Salvador kennen. Somit war mein Vortrag ueber unsere Reise vorzeitig beendet.Das Warum waere glaube ich sowieso nicht begreifbar fuer sie gewesen. Wir erklaeren den Leuten jetzt immer dass wir Reiseberichte schreiben und dafuer bezahlt werden, weil keiner verstehen kann dass man so etwas freiwillig macht. In Honduras waren wir nur 1 1/2 Tage, quasi ein Sprint. Wir hatten nur knappe 140 Kilometer  zu radeln. Die Grenzabfertigung ging ebenfalls schnell ueber die Buehne nur mussten wir wieder mal Geld wechseln und das ist immer mit zaehen Verhandlungen mit den Geldwechslern verbunden. Wenn man da den Umrechnungskurs nicht weiss ist man verloren. Einmal schafften wir es aber den Wechsler so zu verwirren dass wir quasi ohne Komission wechselten. Das war lustig denn er tippte sicherlich noch 5 mal den Betrag in seinen Taschenrechner als wir schon wieder im Sattel sassen. Aber was liegt des pickt. Wir wechselten vom bevoelkerungsreichsten Land in das bevoelkerungsaermste Land und das merkte man vom ersten Meter an. Nicht einmal mehr Baueme gab es die ein wenig Schatten spendenten. Ausserdem  gab es Gott sei Dank wieder weniger Menschen am Strassenrand die ¨Gringo¨riefen. Das kann naemlich ganz schoen nerven. Wir kamen uns teilweise vor wie fahrende Sparschweinderln wo die Leute glaubten wir haetten Millionen an Dollars eingesteckt um sie auszuteilen. Wenn man aber sagt in Europa gibt es keine Dollars dann machen sie grosse Augen und koennen es fast nicht glauben. Aber man darf jetzt nicht glauben dass alle nur auf dein Geld aus sind. Es gibt sehr wohl auch freundliche und aufgeschlossene Menschen. Wir koennen das auch irgendwie verstehen wenn man nichts hat und dann kommen zwei Gringos und sei es nur auf Raedern und repraesentieren die heile Welt von der sie nur traeumen koennen. Ausserdem profitierten wir das erste Mal wirklich von der EU. Nachdem Hurrican Mitch saemtliche Strassen in ganz Mittelamerika zerstoerte wurden in El Salvador und Honduras die neuen Strassen mit EU Geldern finanziert. Also ist sie ja doch fuer etwas gut. Dann kamen wir zum 7ten Land unserer Reise naemlich Nicaragua.An der Grenze bekamen wir von den Beamten essentielle Fragen gestellt um uns als wahrscheinlich potentielle Terroristen zu entlarven. So fragten sie z.Bsp. ¨Seid ihr verheiratet?¨ oder ¨Wie schwer ist das Rad eigentlich?¨ Gleich nach der Grenze wurde der Asphalt extrem schlecht und wir waren froh Federgabeln an unseren Raedern zu haben. Dieses Bild wechselte aber bald und auch in Nicaragua rollten wir die meiste Zeit auf feinstem Asphalt. Wir machten einen Ruhetag im schoenen Staedtchen Leon und machten uns dann auf den Weg um die Hauptstadt Managua zu durchqueren. Managua wurde durch ein verhehrendes Erdbeben 1972 voellig zerstoert und es blieben nur 4 Gebaeude heil. So praesentiert sich die Stadt heute ohne Hochhaeuser da das naechste Beben nur eine Frage der Zeit ist. Thomas Schroeder beschreibt die Stadt im Lateinamerikabikebuch als grosse Schrebergartensiedlung und so wirke sie auch auf uns. Ausser die grossen Shoppingmalls am Stadtrand zeigen ein anderes Bild. Die Amis muessen aber auch ueberall ihre Finger im Spiel haben. Unser naechstes Ziel hiess Granada am Lago de Nicaragua. Eine schoene Kolonialstadt die weitgehend von Erdbeben verschont geblieben ist, obwohl nur 50 Kilometer von Managua entfernt. Ein paar Ruhetage waren angesagt und wir genossen die doch billigen Drinks die zur Happy Hour in Mengen ausgeschenkt wurden. Wieder gestaerkt machten wir uns auf nach Costa Rica. Eine Weile radelten wir noch am Lago de Nicaragua, dem groessten Suesswassersee Mittelamerikas, entlang um dann zur Grenze abzubiegen. Diesesmal bekamen wir wieder einen Stempel und die Abfertigung dauerte etwas laenger als gewohnt. Bei der Einreise nach Costa Rica erwischte ich die "Ich bin verdammt freundlich" Grenzbeamtin die mir die Paesse mit einer finsteren Mine entgegenschleuderte. Unbefriedigte alte Kuh (hoffentlich bekommen wir keine Probleme bei der Ausreise)! Grenzen sind sowieso etwas komisches fuer uns und man kann sich vielleicht vorstellen dass wir nicht immer auf Anhieb wussten in welchem Land wir uns gerade befanden und welche Waehrung wir gerade hatten bei dieser Laenderhopserei. Nach der Grenze merkte man sofort dass man in der Schweiz Mittelamerikas war. Zaehlt Costa Rica doch zu den reicheren Staaten ausserdem ging es gleich mal bergauf. Ausserdem fiel uns positiv auf dass fast kein Muell am Strassenrand lag. Wir fuehlten uns auf Anhieb wohl. Unsere Route fuehrte uns weiter ins Landesinnere und wir radelten Richtung Lago de Arenal mit dem gleichnamigen Vulkan. Dann passierte uns etwas das uns schon lange nicht mehr passiert ist. Wir trafen an einem Tag gleich 4 mal auf Radreisende (siehe Begegnungen). Costa Rica bietet doch halt einiges an Natur in unterschiedlichen Klimazonen das auch fuer Radler attraktiv ist, ausserdem gilt es als relativ sicher und es gibt eine gute Infrastruktur. Unser Weg fuehrte dann in unzaehligen Steigungen zum See wo wir einiges an Schweiss verloren. Da es aber die meiste Zeit bewoelkt war, waren die Temperaturen ertraeglich. Eigentlich wollten wir am Fusse des Vulkans zelten da es in der Nacht spektakulaere Blicke auf gluehende Lavastroeme geben soll. Der "Fussabdruck" hatte aber sehr ungenaue Angaben zur Lage des Campingplatzes und so fanden wir ihn natuerlich nicht. Wir erfuhren dann im naechsten Ort dass es beim Eingang zum Nationalpark eine Moeglichkeit zum Zelten gibt, aber der lag bergige Kilometer hinter uns. Mit dem Auto kein Problem, mit dem Radl schon. So blieben wir in Fortuna und genossen den Blick auf den Vulkan aus der Ferne. Am naechsten Tag folgte dann wieder eine "Moerderetappe" hinauf in die kuehle Ebene wo auch San Jose liegt. Auf 70 Kilometern erwarteten uns ueber 2000 Hoehenmeter, zwar durch wunderschoene Landschaft mit herrlichen Ausblicken aber am Abend spuert man dann schon die Haxerln. Nun befinden wir uns Heredia einem "Vorort" von San Jose und verbringen hier ein paar Ruhetage um uns dann in Grossstadtgewusel zu stuerzen und unsere Raeder wieder auf Vordermann bringen. Das Defektteuferl hat diesesmal gar nicht zugeschlagen, ausser dass wir Heidis hintere Felge austauschen muessen. Gott sei Dank haben wir eine Ersatzfelge mit uns rumgeschleppt, denn es gibt hier zwar gutes Material, aber halt nicht die Felgen die wir gerne haetten.



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