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> Panamericana Berichte > Mexiko Festland IIII


Mexiko Festland IIII

Von Acapulco bis ins Hochland von Chiapas nach San Cristobal de las Casas

12.12.2007 - 27.12.2007 Von Acapulco nach San Cristobal oder De Hitz is a Witz oder Schau mir in die Augen Kleines Teil II und III 

Also der Start von Acapulco war erwartungsgemaess anstrengend, weil wir ja doch ueber 2 Wochen auf der faulen Haut gelegen sind. Dass wir etwas an Kraft verloren haben merkten wir gleich am ersten Huegel der uns aus Acapulco rausfuehrte. Die 300 Hoehenmeter liessen unsere Oberschenkeln ganz schoen brennen. Am zweiten Tag schmerzte unser zarter Hintern als ob er noch nie auf einem Sattel gesessen waere. Doch von Tag zu Tag wurden die Wehwechen besser und wir erreichten schoen langsam aber doch unser gewohntes Niveau wieder. Die Landschaft aenderte sich kaum, ausser dass im Bundesstaat Oaxaca die Landwirtschaft ueberwiegte und wir durch Weideland anstatt durch dichten Dschungel  radelten. Wir verbrachten auch noch einen Ruhetag im sehr touristischen Puerto Escondido wo vor allem Surfer zugegen waren. Dort ist angeblich eines der besten Surfreviere an der Pazifikkueste. Uns ging jedoch die unertreagliche Hitze schon derart auf den Wecker dass wir es vorzogen im Zimmer zu bleiben. Ist ja irgendwie pervers. Wir wollten ja dem Winter entfliehen, aber dass es gleich so heiss sein muss. Dann kam eines Tages unsere erste Militaerkontrolle. Wurden wir sonst immer durchgewunken hielt es diesesmal der Soldat fuer unerlaesslich unsere Taschen zu durchsuchen. Wir sehen ja wie potentielle Waffen- und Drogenschmuggler aus und in unsere Packtaschen passt locker eine Panzerfaust. Er wollte offensichtlich seiner Flamme imponieren, die gerade mit dem Auto vorbeifuhr. Als er meine stinkenden Socken mit den Fingern anstuppste zuckte er erschrocken zurueck. Doch dann fand er endlich etwas das sein Interesse weckte. Er fummelte meinen Pfefferspray ,den ich immer griffbereit in meinem Lenkertascherl habe, heraus. Misstrauisch beaeugte er das komische Ding, drehte es und wendete es. Ploetzlich fand er den Entsicherungsmechanismus und hielt sich die Duese genau vor die Augen. Knapp bevor er abdrueckte entfuhr Heidi und mir ein lautes: "NOOOOO!!!!". Das waer ja lustig gewesen wenn dieser Heini sich "vollgepfeffert" haette. Da seine Flamme auch nicht mehr da war, verlor er schnell das Interesse an uns und wir durften weiterfahren. Eigentlich wollten wir ja zu Weihnachten in San Cristobal sein, aber die Hitze und die Topographie machten uns einen Strich durch die Rechnung. Ausserdem hatten wir an einem Tag wieder mal so starken Wind, dass dieser uns vom Radl wehte. So kam es dass wir den Heiligen Abend in Tuxtla Guiterrez, eine Tagesetappe von San Cristobal entfernt, verbrachten. Unser Weihnachtsgeschenk war ein zweites Essen beim Burger King (Mann, war das gut!) und ein zusaetzliches Bierli. Da wir aber von den anstrengenden Etappen ziemlich muede waren, ging der Heilige Abend ziemlich spurlos an uns vorueber. Ausserdem wartete am naechsten Tag die Fahrt nach San Cristobal von 500 Meter auf ueber 2100 Meter auf uns. Am 25ten ging es dann mit etwas Verspaetung (wir hatten uns verschlafen) los. Als wir bei der Gabelung nach San Cristobal standen, hatten wir die Wahl zwischen der Cuota (=Autobahn) oder der Libre (=Bundesstrasse). Wir entschieden uns fuer die Libre, da auf unserer Karte einige Doerfer sprich Versorgungspunkte eingezeichnet waren. Ein folgenschwerer Fehler wie sich spaeter herausstellte. Wir sind noch nie in unserem Leben so lange bergauf gefahren. Klar die Strecke war schoen, die Landschaft ein Traum aber als wir nach 5 Stunden gerade mal 40 Kilometer hinter uns hatten, machten wir uns schon Gedanken wo wir unser Zelt aufstellen werden. Wir fuhren durch Doerfer wo Spanisch nur als Zweitsprache gesprochen wird und die Leute in ihren traditionellen Trachten herumlaufen. Es wurde immer spaeter und spaeter und San Cristobal wollte einfach nicht naeher kommen. Aber mit dem Gedanken auf ein warmes Bett und eine heisse Dusche im Hinterkopf, schraubten wir uns Kilometer fuer Kilometer nach oben. Nach 9 Stunden Fahrzeit und 2200 bewaeltigten Hoehenmetern erreichten wir mit dem letzten Tageslicht San Cristobal. Wir grinsten wie die frischlackierten Hutschpferde als wir durch die Gassen des Centro Historico fuhren. Im Hostel gab es dann ein herzliches Wiedersehen mit den Schweizern Pius und Stefan die mit den Liegeraedern die Panamericana abradeln und die wir das letzte Mal in Kanada gesehen haben. Nach einem deftigen Zuericher Geschnetzelten und ein paar Bierchen spaeter war der Grossteil der Anstrengungen schon wieder vergessen. Natuerlich gab es viel zu erzaehlen. Die beiden fuhren die Cuota und waren nach 65 Kilometern in San Cristobal, wir hingegen hatten ueber 85 Kilometer auf unserem Tacho stehen. Aber das ist ja irgendwie schon typisch fuer uns dass wir eigentlich mit einer 100% igen Sicherheit die anstrengendere Variante fahren.  So fielen wir nachdem wir uns in unsere Schlafsaecke (es ist ganz schoen kalt in der Nacht) gemummelt hatten, in einen komatoesen Tiefschlaf. Am naechsten Tag waren wir drann mit kochen und wir wollten ein typisches oesterreichisches Gericht, naemlich einen Kaiserschmarrn zaubern. Mit dem "zaubern" klappte es nicht so ganz, denn das Endergebnis schaute eher aus wie geroestete Semmelbroesel. Den Schweizern hat es trotzdem geschmeckt, haben sie zumindest gesagt. Aber eine Einladung nach Oesterreich ist schon ausgesprochen um das "Kaiserschmarrnmassaker" zu wiederholen. Hoffentlich dann besser. Ausserdem hatten wir den ersten und hoffentlich letzten Arztbesuch unserer Reise. Heidi hatte schon eine Woche Probleme mit ihrem rechten Auge. Es traente, schmerzte war geroetet und geschwollen. Aber wir brauchen ja keinen Arzt, wir koennen das selber! Irgendwelche Augentropfen aus der Apotheke waren schnell gekauft. Das wird schon gehen. Es wurde aber von Tag zu Tag schlimmer und so gingen wir in San Cristobal zum Augenarzt. Natuerlich war ein Fremdkoerper im Auge und Heidi hatte eine gehoerige Infektion. Nun sitzt sie mit einem dicken Augenverband neben mir und kann schon wieder lachen. Mein kleines Einauge!!



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