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Mexiko Festland II

Von Puerto Vallarta auf der Mex 200 nach Acapulco

12.11.2007 - 30.11.2007 oder 2 Engel fuer die Roadrunners

Von Puerto Vallarta bis nach Acapulco aenderte sich das Landschaftsbild nicht wirklich. Wir hatten ein paar wirklich schwere Etappen zu verzeichnen, denn die Auslaeufer der Sierra Madre del Sur schieben sich bis ans Meer. Ein besonders aufregender Tag war der 13. November (war eh ein Mittwoch). Wieder einmal machte uns die Hitze schwer zu schaffen und die Motivation liess auch zu wuenschen uebrig. So fuhren wir lustlos Kilometer fuer Kilometer die ziemlich schmale Strasse ohne Seitenstreifen entlang. In einer unuebersichtlichen Kurve wollte uns dann ein Auto ueberholen, doch bloederweise gab es auch Gegenverkher. Wir hoerten nur noch das quietschen der Reifen und traten so fest es ging in unsere Pedale. Sekundenbruchteile spaeter hoerte man auch schon einen lauten Knall und das zersplittern von Glas. Ein weiteres Auto war in das hinter uns mit Hoechstgeschwindigkeit reingekracht. Aus unseren Augenwinkeln sahen wir nur mehr wie ein total verbeulter Metallklotz keine 50 Zentimeter an uns wie einen Kanonenkugel vorbeischoss. Wenn uns das Auto erwischt haette, waere die Sache sicher nicht so glimpflich ausgegangen. Ein kurzes Stossgebet zu unseren Schutzengeln und nachdem wir den Schock verdaut hatten, waren wir ploetzlich hellwach und schauten dass wir schnell weiterkamen. Gott sei Dank war auch sonst niemand verletzt. Die naechste Stunde verbrachten wir schweigend auf unseren Raedern um das Gesehene zu verarbeiten. Aber der naechste Berg brachte uns dann schnell wieder auf andere Gedanken und der Schweiss floss wieder in Stroemen. So erreichten wir an diesem Tag ziemlich fertig San Patricio Melaque, ein sehr nettes und ruhiges Dorf, direkt am Meer. Ein Zimmer war auch schnell gefunden, allerdings im zweiten Stock. Da es uns aber dort gut gefiel, beschlossen wir unsere Radln raufzuschleppen. Ricardo der Hotelbesitzer packte gleich mit an. So zerrten wir Heidis vollbepacktes Rad bis in den ersten Stock, weil unsere Raeder duerfen immer bei uns schlafen. Im ersten Stock angekommen, sah Ricardo fertiger aus als wir nach 135 Kilometern. Der Schweiss troepfelte ihm von der Stirn und ploetzlich sagte er uns, er habe auch noch ein "etwas" groesseres Zimmer im Erdgeschoss. Wir sollen einfach das nehmen, zum gleichen Preis natuerlich. Und so bezogen wir ein schoenes Apartment mit Kuechen-, Wohn- und Schlafbereich fuer nur 16 € die Nacht. So hat es doch auch was gutes wenn man mit Raedern (besonders mit so schweren) reist. Ausserdem haben wir eine neue Leidenschaft entdeckt. Das Wellenplantschen. So kam es nicht einmal vor, dass wir wie die kleinen Kinder in den teilweise sehr hohen Wellen herumsprangen und uns des oefteren in den Sand wuzelten. Durch das wilde spielen haben wir auch zwei schwerwiegende Verluste zu verzeichnen. Einerseits hat Heidi ihr geliebtes Haarband in den Fluten verloren,  und mir hat eine Moerderwelle eine Kontaktlinse aus dem Auge gespuelt. Trotz sofort eingeleiteter Suchaktion wurden beide ein Opfer der Fluten. Sonst gestalteten sich unsere Tage nicht sonderlich aufregend und wir machten Kilometer um Kilometer. Einzig die auf uns zustuermenden Hunde (die sind nicht so lieb wie auf der Baja) nerven uns mittlerweile schon ziemlich. Aber ein gezielter Spritzer mit der Trinkflasche genuegt um sie verdutzt schauend, wie Maikaeferln wenn es blitzt, auf der Strasse stehen zu lassen. Auch sind die Ein- und Ausfahrten aus den Staedten immer wieder ein Erlebniss der besonderen Art. Ist nicht lustig eingezwickt zwischen Bussen, Taxis, Lkws und Autos ums nackte Ueberleben (natuerlich im uebertragenen Sinn) zu kaempfen. Hier gilt: der Staerkere gewinnt (und das sind definitv nicht wir). So erreichten wir nach 1500 Kilometern auf dem Festland endlich Acapulco, wo auch meine Eltern ihren Urlaub verbringen werden und es ein grosses Wiedersehen gibt. Noch einen letzten Huegel hatten wir zu bewaeltigen um dann in die Bucht wo Acapulco liegt zu blicken. Hatten wir doch so viele unterschiedliche Meinungen ueber diese Stadt gehoert. Wir glauben dass sich jeder sein eigenes Bild machen sollte. Es ist zwar nicht ueberwaeltigend, aber es ist absolut nicht ungemuetlich und die Stadt hat durchaus Charme. Ein nettes Hotel war schnell gefunden und wir werden jetzt unsere Raeder zumindest die naechsten 2 Wochen nicht angreifen. Naja. Bei mir hat das Defektteuferl wieder mal zugeschlagen. Diesesmal hat es mein Tretlager zermerschert. Wuerde mich auch nicht wundern, bei der Belastung die von diesen Haxen ausgeht. Heidi meint zwar dass der Dillo Radmechaniker aus San Diego schuld war, aber ich bin fest davon ueberzeugt dass ich schon zu viel Kraft in den Haxen hab. Es gibt aber eine gute Radwerkstatt hier, die mein Rad wieder auf Vordermann bringen werden (sagens zumindest). Das Wiedersehen mit meinen Eltern war sehr herzlich und wir werde die naechsten Wochen mit ihnen verbringen. Jetzt mach ma mal Urlaub vom Urlaub. Auch net schlecht, oder?



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