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> Panamericana Berichte > Baja California II


Baja California II

Von Vizcaino bis nach Mazatlan






22.10.2007 - 01.11.2007  Vizcaino - Mazatlan oder Die Felge ist tot!!!

Also wenn ich was auf dieser Reise gelernt habe, dann ist es Geduld zu haben und dass nicht immer alles perfekt sein muss. Ich fuhr naemlich mit meiner halbtoten Felge am Schluss sogar mit komplett ausgehaengter Hinterbremse, weil der Achter doch schon beachtliche Ausmasse angenommen hatte. Bis La Paz kamen wir natuerlich nicht. Aber lasst mich diese Geschichte von Anfang an erzaehlen. Von Vizcaino fuhren wir weiter in das nette Doerfchen San Ignacio und dort erlebten wir Mexico so wie wir es kannten und auch in Erinnerung hatten. Eine Missionskirche mit dazugehoerigem gemuetlichen Dorfplatz wo sich ein Hauptteil des Lebens der Menschen dort abspielt. Rund um den Dorfplatz saeumten sich kleine Geschaefterln und viel wichtiger Wirtshauserln mit gutem Essen. Dort trafen wir auch wieder auf Chris, einem Biker aus Seattle, der von Los Angeles aus gestartet war. Wir beschlossen den naechsten Tag gemeinsam in Angriff zu nehmen, weil naemlich gerade ein Sturm ging, dass du glaubst gibts nicht. Nicht einmal wehte uns eine Boe in den Strassengraben. So kaempften wir am naechsten Tag zu dritt gegen den Hurenwind. Schon langsam wird der Wind unser Intimfeind Nummer Eins, und man darf sich nicht wundern wenn einem in solch Situationen schiache Woerter aus dem Mund kommen. Wir schafften es aber trotzdem relativ schnell nach Santa Rosalia, einem ebenfalls sehr netten Staedtchen. Dort steht eine Kirche aus Blech!!, die von Gustav Eifel erbaut wurde. Wir genossen die angehnemen Abende die wir gemuetlich plaudernd mit Chris und einigen Bieren verbrachten. Und so liessen wir uns es auch nicht entgehen an der wunderschoenen Bahia Conception am Strand zu zelten. Dort war es fast schon kitschig, weil tuerkisblaues Meer, weisser Sand, Palmen und ein nahes Restaurant mit Biernachschub (keine Angst wir sind zu keinen Alkoholikern mutiert, aber man muss ja seinen Elektrolythaushalt irgendwie wieder ausgleichen). Meine Felge machte einstweilen schon sehr komische Geraeusche, so als wuerde sie jeden Moment zerberschteln. Und das tat sie auch. Naemlich am naechsten Tag, ca. 50 Kilometer vor Loreto. Ein dicker, langer Riss wurde sichtbar und an ein Weiterfahren war nicht mehr zu denken. Wir verabredeten uns mit Chris in Loreto und streckten den Daumen aus. Ist schon irgendwie ein bloedes Gefuehl mitten im Nirgendwo zu stehen, und gerade dann wenn man ein Gefaehrt braucht, kommt natuerlich nix daher. Wir hatten aber dann doch Glueck und konnten mit einem netten Mexikaner nach Loreto fahren. Ungesichert auf der Ladeflaeche des Pick Up Trucks schaukelten unsere Raeder wie wild umher, und Mauricio (der Fahrer) war unglaublich muede, weil er schon ca. 16 Stunden hinter dem Steuer sass. 45 Minuten und 10 Vater unser spaeter waren wir in Loreto. Schnell war eine Bicicleteria gefunden und Manny der Besitzer war uns eine grosse Hilfe. Zwar hatte er keine neue Felge, dafuer bekam ich die von seinem Rad. So, nun habe ich ein japanisches Qualitaetsprodukt unter meinem Hintern. Schau ma mal. Aber wenigstens koennen wir unserer Philosophie treu bleiben, alles mit eigener Muskelkraft, ausser bei Defekten oder irgendwelchen anderen Hindernissen (z.Bsp. ein Ozean), zu bewaeltigen. In Loreto verbrachten wir so einen  Ruhetag, den wir sehr genossen und uns dem Treiben in den Gassen waehrend der 310 Jahresfeier hingaben. Chris fuhr an diesem Tag schon weiter, aber wir schlossen ein eventuelles Wiedersehen in La Paz nicht aus. In unserem Bikebuch stand naemlich, dass die naechsten 160 Kilometer sehr anspruchsvoll sein wuerden. Es war naemlich die Sierra de la Giganta zu ueberwinden, mit angeblich giganta Steigungen. So genossen wir noch die ersten 30 Kilometer entlang am Meer, um dann mit gehoerigen Respekt in die Steigungen zu fahren.Alles war aber halb so schlimm, und so legten wir an diesem  heissen Tag 150 Kilometer bis nach  Ciudad Constitucion zurueck, um dann im  bisher grauslichsten  Hotel  abzusteigen.  Ich sag nur  fehlender  Klodeckel, keine  frische Bettwaesche  usw...... Aber wir waren zuversichtlich  dass wir die restlichen 210  Kilometer  in den naechsten  2  Tagen  schaffen koennen. Eine letzte Nacht noch in der Wueste, 3 Patschen innerhalb weniger Stunden, Hurengegenwind, Moerderhitze, viele kleine zache Steigungen und einer mittleren Wasserknappheit spaeter, standen wir grinsend wie zwei frischlackierte Hutschpferde an der Strandpromenade von La Paz. Chris trafen wir auch wieder und wir verbrachten noch zwei nette Abende mit ihm. La Paz hat uns sehr gut gefallen, war doch wieder ein Teilabschnitt  unserer langen Reise zu Ende. Laenger als der italienische Stiefel zieht sich die Baja nach Sueden. Alles in allem hat es sehr schoene Abschnitte gegeben, aber auch unendlich langweilige. Wir sind jetzt froh mal durch keine Wueste mehr fahren  zu muessen. Dann muessen wir noch einen Mythos richtigstellen. Die Hunde hier sind ueberhaupt nicht gefaehrlich, sondern nur sehr, sehr hungrig und arm. So kam es nicht einmal vor, dass wir unsere Riegeln mit ihnen teilten oder Hundefutter kauften. Heidi hat mir zwar verboten sie zu streicheln, aber wenn sie mal nicht herschaute gab es die eine oder andere Streichelung fuer die armen Hundsis.

Nun sind wir aber schon in Mazatlan und als wir noch ein bisschen verschlafen von der Faehre fuhren, wurden wir auch schon von einem netten Paerchen namens Tina und Ricardo zum Fruehstueck eingeladen. Das nennen wir einen guten Start. Jetzt heisst es naemlich fuer uns wieder ordentlich treten, denn wir muessen Ende November in Acapulco sein, wo wir uns mit meinen Eltern treffen. Und die Mex 200 , auf der wir entlangradeln werden, hat nicht gerade den besten Ruf. Wir wissen zwar nicht warum, werden aber dann davon berichten, ob die Schauermaerchen die wir hoerten wahr sind.





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