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USA bis zur Kueste

Vom Grand Canyon ueber die Route66 nach San Clemente

20.09.07-03.10.07 Grand Canyon - San Clemente oder Des haett i net glaubt

Des haett i net glaubt, ist unser Spruch des Monats. So oft hatten wir uns sagen gehoert. Des haett i oba net glaubt .....dass do sooo steu aufi geht, oder.....dass sooo haas wird, oder.....dass do so a Wind geht usw. usw.. Das ist auch das interessante an dieser Reise, man weiss nie was der naechste Augenblick bringt, schon gar nicht was einem am naechsten Tag erwartet. Wir fuhren in dem guten Glauben vom Grand Canyon weg, dass es doch eigentlich nur runter gehen kann. Dem war aber nicht so, es ging ziemlich auf dem gleichen Niveau fuer 80 Kilometer so dahin. Dazu gesellte sich noch ein Hurengegenwind, der uns mit 13 Kilometern in der Stunde dahinkriechen liess. Voellig fertig liessen wir uns in einem total abgegrindelten Hostel nieder. Hauptsache weg von dem Scheiss Wind. Der naechste Tag war das voellige Gegenteil, wir mussten fast nicht treten, denn es ging bergab und wir hatten teilweise sogar Rueckenwind. Wir bogen dann von der stark befahrenen Interstate ab und fuhren auf der historischen Route 66, die noch einiges von ihrer Glanzzeit aufblitzen liess. Wir kamen durch kleine Staedtchen wo wir uns ca. 40 Jahre zurueckversetzt fuehlten. Sogar die aktuelle Mrs. Route 66 bekamen wir zu Gesicht. Eines Tages als wir aus unserem Zelt krabbelten waren dicke, schwarze Regenwolken ueber uns. Es dauerte nicht lange und es fing derartig ins schuetten an, dass uns der Regen sogar bis in die Ohrwascheln spritzte. Welch Freude bei solch einem Wetter in der Wueste radeln zu duerfen. Wir haben nicht gedacht, dass uns das Regenwolkerl das wir in Kanada abgeschuettelt hatten in dieser Region finden wuerde. Gott sei Dank hoerte der Regen aber wieder auf, und wir hatten wieder schoenes, heisses Wuestenwetter. Wieder einmal mussten wir unser Zelt neben Eisenbahngleisen aufbauen. Nur diesesmal glaubten wir jedesmal wenn ein Zug vorbeifuhr, dass dieser durchs Zelt brettert. Sogar der Boden vibrierte. Und es fuhren viele Zuege in dieser Nacht. Also wieder einmal wenig Schlaf fuer uns. Natuerlich hatte ich mir prompt auf den Regen eine patzige Grippe eingefangen, 38,5 Grad Fieber und Sterbenskrank (wie wir Maenner halt sind). Heidi versorgte mich nach den neuesten Pflegestandards liebevoll, und so war ich nach einer schrecklichen Nacht und einem Ruhetag wieder halbwegs fit um weiter zu fahren. Was dann folgte ist wahrscheinlich Geschichtstraechtig. Wir hatten Super Rueckenwind und es ging immer bergab. So hatten wir nach 4 Stunden 107 Kilometer auf dem Tacho stehen. Das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 25,7 Kmh. Das war vielleicht super. Dann folgte einer der einsamsten Teile unserer Reise in den USA. Wir hatten 150 Kilometer Wueste mit keinerlei Versorgungspunkten vor uns. Mit insgesamt 25 Litern Wasser machten wir uns auf den Weg in die Einsamkeit. Ist schon ein komisches Gefuehl, aber wenn man gut vorbereitet und ausgeruestet darauf losfaehrt ist es in Wirklichkeit auch kein Problem. Nach 2 Tagen erreichten wir wieder die Zivilisation und wir goennten uns ein schoenes, kuehles Motelzimmer. Unser Ziel San Clemente rueckte immer naeher und naeher. Wir dachten es sind nur mehr 2 Tage und ein Berg. Aber wie gesagt ist alles ungewiss auf dieser Reise. So kam es dass wir auf einer Interstateauffahrt standen, weit und breit keine Alternativroute, steht da doch dieses bloede Schild das unter anderem Radfahrern verbietet die Interstate zu benutzen. Jetzt hat man 2 Moeglichkeiten. Entweder man kann sich wegbeamen oder man faehrt einfach weiter. So, nun kann sich jeder denken welche Option wir waehlten. Das klitzekleine Problemchen war nur, dass an ein weiterfahren nicht zu denken war, weil uns ein Sturm fast vom Radl riss. Wir haben beide noch nie so was erlebt und man fuehlt sich von einer Sekunde auf die andere so was von hilflos das man glaubt gibts gar nicht. Eine Meile hatten wir bis zur naechsten Abfahrt zu kaempfen um dann wieder einmal wild zu zelten. Der Wind blies die ganze Nacht hindurch, und so mussten wir uns eine Alternativroute ueberlegen, denn wir haetten sonst fuer 20 Meilen extremen Gegenwind gehabt, noch dazu haetten wir auf der Interstate fahren muessen. Angesichts dieses Sturmes nahmen wir gerne die 50 Meilen Umweg in Kauf. Die Alternativroute fuehrte uns ins wohlhabende Palm Springs und wir hatten einen Berg mehr zwischen uns und der langersehnten Kueste. So erreichten wir mit einem Tag Verspaetung und 1600 zusaetzlichen Hoehenmetern endlich den Pazifik. Welch herrliches Gefuehl nach fast 4 Monaten endlich wieder das Meer zu sehen. Ausserdem duerfen wir in San Clemente in einer exklusiven Villa mit Blick auf das Meer wohnen, was uns die Strapazen der letzten Wochen sehr schnell vergessen lies.



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